Qobuz High-Resolution Musik Streaming

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Qobuz High-Resolution Musik Streaming

Beitrag von Fox    » So 18. Nov 2018, 02:12

Dumkopf Kunde. Große Marken vollkommen überschätzt und überbewertet.

Nachweislich werden wir oft abgespeist mit billigem Musik Fast Food bei bekannten "Marken" wie Amazon, iTunes & Co. Wärend weniger bekannte Alternativen echte und reale Top Qualität fürs Geld liefern, sich ernsthaft damit befassen hochwertige Ware an die Kunden auszuliefern.

Vorgeschichte
Nachdem mir Amazon Music, Spotify und YouTube Music nicht mehr zusagten, habe ich Nachforschungen angestellt, wieso mir hier und da der Ton "flach" vorkommt. Das die Qualität von YouTube nicht die beste ist, ist bekannt, jedoch auf Amazon Music war ich mit den Ergebnissen auf der suche nach klassischer Musik nicht so ganz zufrieden, denn die Qualität war eher ~naja. Spotify hat es in der Vergangenheit auch mit schlechter Musik und Vergütung in die Fachpresse geschafft. Von Apple iTunes brauch ich gar nicht anfangen zu schreiben (Wer das Geld hat, der bekommt eben seine 320 Kbit/s Musik, die je nach Fall nur ein Upsampling von 128 Kbit/s darstellt angedreht).

Ich bin schließlich auf einen Artikel der die Probleme vom Digitalradio DAB+ gegenüber dem analogen UKW-Radio aufarbeitet gestoßen, den ich nur empfehlen kann (https://www.radioszene.de/97745/dab-dig ... ssing.html). Schließlich bin ich darüber dann wieder in Skandinavien (konkret: Norwegen) gelandet und habe mich unter "http://www.2l.no/hires/index.html" in den Titel "Eugène Bozza: Children's Overture" sogleich verliebt. Es gibt keine Flut von Produktionen wie aus Japan (Anime) oder den USA, jedoch sind die Ergebnisse von denen ich Kenntnisse bekomme meist ausgezeichnet. ;)

Ich hatte auch in der Vergangenheit bereits mit den Gedanken gespielt mir einen Sony Walkman zuzulegen, aber so einer kostet nunmal auch seine ~600€. Ich trauere heute noch der Laptop-Sparte von Toshiba+Fujitsu+Sony (alles drei Japanische Unternehmen) nach. Mein inzwischen 6 Jahre altes Sony Vaio (BTW: im Durchschnitt sind Computer 5 Jahre alt nach einer Statistik von Avast) hat glücklicherweise eine 192khz/24-Bit Audioausgabe spendiert bekommen und mein Sony Xperia [war ein Geschenk] hat auch etwas zu bieten.

Nachdem nun meine ganzen Veträge auslaufen, teilweise allerdings bereits Anfang Sommer gekündigt wurden, habe ich nun entschieden entsprechend den Streamingdienst Qobuz auszuprobieren. Im Probemonat kann ich nun natürlich 1 Monat lang die Studio-Qualität ausprobieren, danach muss ich mich entscheiden wie viel Geld in der Kasse dafür übrig bleibt. :mrgreen:

Ein kleiner Exkurs
High-Resolution-Audio bedeutet, dass eine Samplingtiefe von 24-Bit (16.777.216 mögliche Werte) anstelle von üblichen 16-Bit (65.536 mögliche Werte) beim Abtasten des Signals zum Einsatzkommen. Dadurch wird die Dynamik bzw. der Kontrastumfang erhöht, da Amplitudenunterschiede besser zur Geltung kommen. Als zweite Komponenten gibt die Abtastrate/Samplingrate an, wie oft der Signalwert gemessen wird. 192 khz = 192 000 / s (nach den physikalischen Einheiten).

24-Bit entspricht normalen Standard Dynamic Range (SDR)-Videobild, bei welchem 3 Grundfarben mit je 8-Bit Farbtiefe pro Bildpixel zum Einsatz kommen. Hier gibt es natürlich auch wieder die Erweiterung High Dynamic Range (HDR), bei dem 3x 10-Bit zum Einsatz kommen. Neben der Abtastrate (hier Framerate genannt) müssen die Daten für jedes Pixel des Computers erheben werden.

Auch wenn ich mich als Fachfremder nicht so auskenne, ist es so, dass der eigene Körper die Sinne je nach Situation schräft. Ganz Elementar fängt dies bei der Pupille an, welche je nach Helligkeit den Lichteinfluss reguliert. Dadurch erscheinen uns Situation in einer höheren Dynamik als sie de-facto eigentlich sind.

Nun ist ein 192 khz / 24-Bit Audiostück bereits schnell verlustlos abgespeichert 200 MB groß. Im Falle eines Videosignals in SDR tritt diese Datenmenge pro Pixel auf. Bei der Entwicklung von Codecs (die der Komprimierung der Datenmenge dienen) wie MP3 oder H.264 hat man sich die Schwächen der Menschlichen Wahrnehmung zunutze gemacht um entsprechende Details - wie zum Beispiel besonders leise Töne - nicht mitzuspeichern. Bei Videos ist das Chroma-Supsampling üblich (meist mit 4:2:0), das bedeutet eine Unterabtastung (Erhebung von weniger Werten) der Farben (Chroma) gegenüber den Helligkeitswerten (Luminanz). Diese ganzen Tricksereien beruhen auf Wissenschaftlichen Erkenntnissen. So zum Beispiel, dass das Hörvermögen der meisten Menschen bei oberhalb 20 khz aufhört (was uns die 44,1 khz auf Audio-CDs eingebrockt hat) oder das das menschliche Augen mehr Stäbchen (für Helligkeitswahrnehmung) als Zapfen (für Farbensehen) besitzen.

Nun ist aber nicht zu Leugnen, dass Ausnahmen die Regel bestätigen, worauf ich nun allerdings nicht eingehen möchte. Das Chroma-Subsampling der Videosignale bringt nicht nur Vorteile mit sich, wenn man auf einem JPEG-Bild eine Maske bei der Bildbearbeitung ansetzen möchte, da durch das Speichern von 4 Helligkeitswerten für einen einzelnen Farbwert verschiedene Zwischenfarben entstehen, die im Originalbild nie vorhanden waren. Und genau um solche Dinge geht es. Unsere Lautsprecher als auch Mikrofone und Kameras liefern zwar Digitale Daten die im gewünschten vom Menschen wahrnehmbaren Bereich liegen, doch weißen diese selbst eine gewisse Toleranz, Rauschen etc. auf (Ich habe bspw. erst letzten Monat einen Sound-Blaster Play 3 - eine externe Soundkarte - reklamiert, nachdem ich kurzerhand nachgemessen habe [der Vorteil bei guter Hardware], dass diese ein Rauschabstand von ~70db statt der spezifizierten ~96db besitzt [was ich bei meinen Kopfhörern hören konnte und schon wissen wollte, ob vielleicht doch ein SNR von ~120db besser gewesen wäre]). Ebenso wird bei der verluftbehafteten Kompression der Codecs nochmal die unschärfe höher. Bei der Digitalen Signalverarbeitung bis das Signal wieder ausgegeben wird, können weitere Artefakte entstehen, die dann plötzlich wahrnehmbar werden.

Genauso wie Bewegtbilder bei festen 50hz ausgestrahlt werden - und dann ggf. 1-3 Bilder hintereinander das gleiche Bild liefern - falls das Ausgangsmaterial eine niedrigere Framerate besitzt, sind auch im Audio-Bereich höhere Spezifikationen die sich nicht ganz so eng an die Beschränkungen der menschlichen Wahrnehmung halten, letzen Endes von Vorteil.
Übrigen: Wer möchte, dass bei einem Video jedes Pixel seines Full HD-Bildschirms einen eigenen Farbwert wiedergibt, muss ein 4k-Video aufgrund des Verbreiteten Chroma-Subsampling wiedergeben. [Die ganze Einschübe zum Thema Video mussten sein, entstammt dieses Forum schließlich vor allem dem TV-Recording Bereich.] ;)

Der Streaming-Dienst Qobuz
Kurzum ist der größte Vorteil das Angebotes gegenüber Spotify, Deezer, Amazon Music, iTunes und wie sie alle heißen mögen, dass (je nach Tarif) in der höchsten Qualitätsstufe gestreamt wird. Dies inplitziert insbesondere kompromisslose CD-Qualität. Ob man diese wirklich braucht ist eine andere Frage, schließlich sieht auch hier der reguläre Tarif 320 Kbit/s Ton vor. Im wesentlichen sehe ich es allerdings als Merkmal, dass überhaupt mal ein Qualitätsmanagement vorhanden ist; und nicht wie bei Spotify billig nachproduzierte Musik in den Playlists serviert bekommt; bei iTunes Upsampling erhällt; oder Kodierungsartefakte wie sie mir bei Amazon untergekommen sind, ebenso Dynamik geboten wird (die bei YouTube Music einfach fehlt).
Alles zu sammen ist das genau der Unterschied, der mir es erlaubt bei Qobuz auch eine Gänsehaut oder auch einmal Tränen zu bekommen. Nicht zuletzt, kann sich die Musikauswahl sehen lassen. ;)

Neben dem Angebot - in dem ich nichts misse - gefällt mir die Bedienoberfläche des Players ausgesprochen gut. Sie ist aufgeräumt und präsentiert einem das Angebot und macht mehr her als die Konkurrenz. Einmal angehörte Musik wird lokal Zwischengespeichert und es stellt kein Problem dar die Musik innerhalb der App herunterzuladen und Zwischenzuspeichern für die Offline-Nutzung am Smartphone - denn für das Mobile Datenvolumen wäre der Dienst nicht geeignet, da die Mindestbitrate offenbar bei 320 Kbit/s liegt. Daneben ist sehr geschickt organisiert, wie man von der Aktuellen Wiedergabe zur Wiedergabeliste und schließlich zum Wiedergabeverlauf wechseln kann. Stets werden zu den Künstlern auch Hintergrundinformationen geliefert

Neben dem Streamingangebot gibt es zusätzlich die Möglichkeit auch Musik zu kaufen. Nicht zuletzt war für mich ein Argument Qobuz auszuprobieren, dass DefectiveByDesign der Liste für DRM-Freie Audio-Dienste listet. Das heißt, wer bisher seine Musik auf iTunes kaufte (Kopiergeschützt) sollte zweimal über Qobuz drübersehen;)
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Qobuz High-Resolution Musik Streaming

Beitrag von Fredel » So 18. Nov 2018, 18:05

Da ich Dich kenne, lese ich auch so große Beiträge von Dir komplett. Wirklich sehr gute und gründliche Info. Danke.

Im Übrigen wäre aber ein Vorwort Sinnvoll. z.B.:

Dumkopf Kunde. Große Marken vollkommen überschätzt und überbewertet.

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Beitrag von Fox    » So 18. Nov 2018, 20:46

Vielen Dank für dein Feedback. Das motiviert mich sehr. Deswegen habe ich geradewegs Lust auch gleich einen weiteren Thread zu schreiben. (Kommt heute Abend/Nacht noch).

Mir persönlich liegt weniger etwas an solchen Anleitungen/Überleitungen - ich weiß auch nicht, was ich in diesen schreiben soll. Ich bin überhaupt kein fan von den kurzen Zeitungsartikeln und DPA-Zitaten die in den Online-Zeitungen inzwischen weit verbreitet sind. Ich bevorzuge eher lange, ausführlich und gründlich Auseinandersetzungen, was meiner Meinung nach effizienter informiert. ;)

Ich bin so frech und habe deine Vorlage einfach an den Anfang kopiert. :mrgreen:
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