Forum 2019 - Umsetzung der EU-Copyrightreform

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Beitrag von Fox    » Do 13. Sep 2018, 16:06

Im Rahmen der EU-Copyrightreform über die gerade eben abgestimmt wurde, soll nun auch der Plattforminhaber für User-Generated-Content haften, sollten darin Urheberrechtsverstöße enthalten sein. Bislang (und auch im Moment) gilt die Praxis des "Notice And Takedown" verfahren (wenn man auf Urheberrechtsverstöße hingewiesen wird, muss man als Plattforminhaber die Inhalte entfernen - wobei die übliche Praxis eine Reaktionszeit von 24 Stunden vorsieht). In der Gegenorganisation (https://savetheinternet.info) haben nur 0,2% der EU-Bürger (1 Millionen) eine Petition unterzeichnet, weswegen vermutlich in Zukunft wir vier (Fredel, andreas, testuser, Fox) im Haftungsfall herangezogen werden würden.

Ebenso wie über Juristerien der Haftung der Hebammenberuf kaputt gemacht wurde, oder Dank des urheberrechts das Gutenberg-Projekt Deutsche Nutzer Anfang des Jahres blockierte, weiß ich jetzt nicht, wie genau nun die EU-Copyrightreform Auswirkungen auf den Betrieb von Internetforen haben wird. Neben Text- und Link-Inhalten ist aber auch der Upload von Dateien im Forum möglich, weswegen ich mir sicher bin, dass wir betroffen sind.

Nun, was meint ihr dazu? Ich möchte zwar nicht einfach kleinbei geben, doch im Zweifel würde ich aufhören, statt mich dem Haftungsrisiko auszusetzen. Man könnte auch darauf hoffen, das wie bei der Quellen-TKÜ die Gerichte noch einiges gerade biegen, wobei ich das mehr als bedauerlich finde: Im Bayern hat die Judikative Zwangsgeld erwirkt, weil der Luftreinhalteplan und ein zugehöriges Gerichtsurteil von der Regierung missachtet wird.

Wenn ich es richtig sehe, würden wir folgendes tun müssen, um der Anforderung eines Upload-Filters gerecht zu werden: Nun ist meine Frage dabei, ob es damit bereits getan wäre?


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Fredel
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Beitrag von Fredel » Do 13. Sep 2018, 19:37

Für die EU Parlamentarier, insbesondere für die der Union bzw. EVP, stehen offensichtlich Lobbyinteressen im Fordergrund. Kultur, Meinungsfreiheit, der Bürger scheint zweitrangig und im besten Fall noch lästig, wenn man sich dort wundert, wo seine Stimme plötzlich ist.

Aufgrund der Merheitverschiebung vermute ich, dass die SPD am 12.09. auch zugestimmt hat (im Juli hat Sie das nicht). Das selbe gilt für die FDP. Wirklich gar kein Artikel befasst sich mit dem Abstimmungsverhalten 12.09. der Parteien. So als wär das ohnehin egal. Wen interessierts.

(Mitteilung der Europa SPD zum 12.09. - hat Sie oder hat Sie nicht .... ich weis es nicht)

Also einfach Konsequenz bei der nächsten Europawahl ziehen. Die Auswahl, an Links, Liberal, Grün, Rechts, oder auch Populisten und Idioten wenn nötig ist bei den EU Wahlen Groß genug.

Für den Moment fragt Euren MdEP in einem Einzeiler, wie er abgestimmt hat. Wer frech sein will, schreibt vorher einfach er sei ein treuer Wähler. Die Pedition erwähnen braucht man nicht. Sich beobachtet zu fühlen :shock: beim beiderseits befriedigenden Lobby Verkehr :shock: ist schon mehr als genug.

Die Sache ist aber längst nicht durch. Es kommt jetzt erstmal der Trilog und dann wieder das Parlament. Eventuell reagiert auch phpBB. Anlagen, Bilder bzw. Links sind hier so wenige, die könnten zur Not moderiert werden.

Daher: Nötige Maßnahmen bislang keine.

Wenns soweit ist, wären Maßnahmen eine Insel, ein Verein, oder eine gUG.
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Beitrag von Moderator » Do 13. Sep 2018, 19:56

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Beitrag von Fox    » Do 13. Sep 2018, 20:01

Vielen lieben Dank für die beruhigenden Worte. Die FDP ist zwar nicht so mein Fall, aber Liberalisierung wäre mir dann doch lieber als Protektionismus. ;)
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Beitrag von Fox    » Mo 11. Feb 2019, 21:32

Es gibt ja nun neue Erkenntnisse. In der Fachpresse steht, dass es entgegen des Koalitionsvertrages nun einen Kompromiss gebe. Scheint also nun so, dass die Copyrightreform Gestalt annimmt.

Das Internet ist bereits zensiert. Damit meine ich jetzt nicht, die Copyright-Sperranfragen bei Google oder Dinge wie "EU Recht auf Vergessen", welche einzelne Suchergebnisse streichen. Vodafone nutzt gezwungenermaßen bereits DNS-Filter um einzelne Domains zu sperren. Ebenso sperrt Google manchmal auch komplette Domains, die dann nicht mehr in den Suchergebnissen auftauchen.
Altbekanntes Beispiel ist die Warez-Seite "kino.to" gewesen, mit ihrem Nachfolger "kinox.to". Die Seite existiert offensichtlich immernoch, allerdings über DNS-Filter und Google-Sperre wird deren Existenz verschwiegen. Das ist zwar das bekannteste Beispiel, doch der Umfang in dem Sperrungen durchgeführt werden ist bereits wesentlich größer geworden.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich vor einigen Jahren zu (damals) Nintendo DS Spielen viele Fanseiten gefunden habe und nutzen konnte. Diese haben Grafiken, Inhalte und Videos der Spiele aufbereitet - mehr oder minder alles bereits Urheberrechtsverletzungen. Wer es mit den Vorschriften genau nimmt, hätte bereits dagegen vorgehen können. Ninteno hatte damals auch Let's Plays nur sehr beschränkt tolleriert. Damals konnte man Flash, DivX oder VLC-Plug-in sowie Java auch uneingeschränkt im Webbrowser verwenden und dadurch ganze Webseiten, Games oder verschiedene Dateitypen (bspw. damals sehr verbreitet: *.avi-Dateien) wiedergeben.

Inzwischen wurden Sicherheitsreformen durchgeführt und die NPAPI-Programmierschnittstelle abgeschaltet. Da Google großen Einfluss auf den Webstandard nimmt, und durch die fehlende Schnittstelle die Konkurrenz "Webbrowser Plug-ins" ausschalten konnte, kommt dies einer Monopolisierung der Internettechnologien gleich. Mit der Plattform YouTube konnte Google erfolgreich den Videocodec VP9 in den Markt drücken, und nun wo Hardware-Beschleunigigung durch Amd & Intel gegeben ist, kann auch der Videocodec AV1 seinen Siegeszug antreten. Auch der aktuelle Kopierschutz Widevine - wo zuvor Microsoft Silverlight auf bspw. Maxdome vorherrschte - stammt aus dem Hause Google. Doch seitdem Microsoft damals bei der Anklage wegen Monopolmissbrauch gegenüber Netscape davongekommen ist, scheinen heutzutage derartige Großkonzerne kein Problem mehr darzustellen.

Abseits von Discord, Steam, YouTube & Co. (kurz: den großen Plattformen) ist das Engagement eingebrochen. Viele Fanseiten wurden geschlossen und auch die Hemmschwelle eine eigene Homepage Hobbymäßig zu betreiben scheint größer geworden zu sein. Das was eigentlich einem immer vorgehalten wird: Der "Warez", ist kompromisslos uneingeschränkt weiterhin verfügbar und ist heute noch einmal umso professionellalisierter und unerreichbarer für die Justiz geworden. Kino.to oder Megaupload vom Netz zu nehmen hat nichts gebracht. Im Gegenteil: Durch die zunehmende Proffesionalisierung (bspw. beim Nachfolgedienst mega.nz) wurde sogar die Qualität und der Komfort von Generation zu Generation weiterverbessert.

Stattdessen wurden durch die zunehmende Konzentration der Bedarf an Privatsphäre immer größer. Die YouTube GEMA-Blockaden haben Proxy-Netzwerke beflügelt. Die Bittorrent-Fahnder beflügeln das TOR-Netzwerk, Share-Hoster wiederum VPN-Netzwerk. Und da der normale Nutzer sich gegen Tracking-Riesen (ergo: Google) schützen möchte, verwenden auch Nutzer der Gegenseite VPNs, Anonyimisierungs, Anti-Tracking und Adblock-Werkzeuge. Auf diese Weise vereinen sich legal & illegal in einem gemeinsam Nenner. Das Ergebnis sind Blockchain-Nutzung (wie Bitcoin) oder dezentrale Netzwerke wie IPFS, in denen Inhalte nicht löschbar sind.

Verlierer ist dabei also die kleine Mitte dazwischen. Gewinner gibt es keine.

Ein Beispiel mit ähnlichem Nachgeschmack: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/sa ... -1.4126787
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Beitrag von Fredel » Fr 22. Feb 2019, 19:52

(Welche Webbrowser Plug-ins wurden abgeschaltet?)

Ebenso wie früher die Information neu war, dass "Sie haben Gewonnen" eine Betrugsmasche ist, werden sich auch andere Erkenntnisse des Zeitgeschehens durchsetzen.

Inzwischen wissen immer mehr User, dass man den Informationen im Internet eben nicht trauen kann, oder auf Google Suchergebnisse eben kein Verlass ist. Ich warte drauf von einem 8 Jährigen zu hören "das sind Fake News". Natürlich braucht das Zeit. Nur langfristig beleben genau diese Umstände auch Alternativen. Wie Du schon beschreibst.

Eigentlich wollte ich z.B. Qwant.com nur nutzen um etwas zu finden, wenn Google mich wieder einmal für blöd verkaufen will (schalt gefälligst Dein Hirn aus, friss oder stirb). Inzwischen verteile ich meine Suchanfragen jedoch schon 50/50. Sollte Google irgendwann nicht mehr bei gnadenlos deaktivierten Scripts arbeiten, darauf warte ich eigentlich. Mit Preisvergleich bei Idealo ist jedenfalls Schluss, wenn man von Google nicht gestalkt werden will.

Dagegen entkommen natürlich leider nur wir IT Kenner den Datenkraken. Zudem ist nicht jeder so Masochistisch wirklich jede Google, Microsoft, Facebook usw. Domain hart auf 127.0.0.1 zu setzen, oder einen eigenen DNS Server laufen zu lassen, welcher sich eben nicht von 8.8.8.8 füttern lässt.

Letztens fand ich auf einer bekannten Ü18 Website doch glatt unter NoScript ajax.googleapis.com Gut und schön, dass man meint, nicht ohne mundgerechte Fertiggerichte aus Kalifornien auszukommen. Dort ist man natürlich dankbar für ein umfassendes und lebenslängliches Traking. Aber bei einer solchen Website. Jetzt fehlt dort nur noch der Facebook Like Button.
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Beitrag von Fox    » Sa 2. Mär 2019, 20:48

Also ich habe gelernt der Tagesschau schon überhaupt nicht, und Quellen wie bspw. dem ZDF nur begrenzt zu trauen und halte mich stattdessen an einige YouTube-Kanäle oder Perlen wie https://www.heise.de/tp/.
Die erste Fake News die ich selbst miterlebt habe, stammt vom Europaparlament-Twitter-Kanal (https://twitter.com/Europarl_DE/status/ ... 2470027264), welches die Anforderungen wann eine Plattform die EU-Urheberrechtsreform erfüllen muss unvollständig und missverständlich kommuniziert.
  • bzgl. des Politiker-Hacks hat Frontal21 (ZDF) jemanden Interviewt. Ein 3-Stündiges Discord-Gespräch findet sich auf YouTube, wo über den Hack und die unredeliche Arbeit von Frontal21 diskutiert wurde (https://www.youtube.com/watch?v=M22ILi28wN0)
  • Beim ZDF es ein abgekartetes Interview von "Heute Plus". (https://www.zdf.de/nachrichten/heute-pl ... m-102.html). Priming "YouTube" und Tautologien "In wie fern betrifft LeFloid die EU-Urheberrechtsreform" werden nicht weiterhelfen. Die Korrekte Fragestellung an Axel Voss wäre "Wie soll Twitch verhindern, dass die neuste Episode im US-Pay-TV gestreamt wird", "Wie soll Discord im Voice-Chat Musikstreams blockieren?" - dies würde nur über Echtzeit-Upload-Filter, "Wie soll gewährleistet sein, dass auch der Hobby-YouTuber zeitlich dem Lizenzdebakelaufwand nachkommen kann". [YouTube ist ein Soziales Netzwerk: d.h. man sagt sich darüber Guten Tag, lädt das neuste Unboxing-Video hoch etc., statt sich persönlich zu treffen. Einzuschränken ob man etwas hochladen kann, ist für einen Jugendlichen gleichbedeutend mit "mundverbieten". Soziale Medien sind das Werkzeug für Äußerungen geworden.] Ein Einmal etabliertes Upload-Filter-System könnte auch einfach mit dem Parteilogo der CDU gefüttert werden - um auch mal das Missbrauchpotential angesprochen zu haben.
bzgl. Tracking und Google ist es so, dass sich nur die größeren Anbieter es leisten können, den Auflagen in irgendeiner Art und Weise nachzukommen. Die Zentralisierung bei US-Anbietern wird also mit der EU-Urheberrechtsreform mit Sicherheit noch einmal zunehmen.

Ich möchte nicht sadistisch werden, allerdings habe ich bereits einige Gedichte geschrieben. Diese sollte ich wohl in einem Upload-Filter-System registrieren, nicht das in irgendeinem Forum mein Gedicht gestohlen wird. *o.O*. Und das ist genau der Punkt an der Kritik an der Reform. Nun wird es erstmal am 23. März zu Demonstrationen kommen [https://savetheinternet.info/demos]. Schade nur, dass man nichtmal mehr die GRÜNEN ins EU-Paralement wählen darf. Es ist zwar nicht wirklich Zielführend, aber wenigstens ist auf die Satirepartei "Die Partei" verlass https://martinsonneborn.de/uploadfilter ... hutzrecht/
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