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Beitrag von Fox    » Di 14. Apr 2020, 19:27

Das Video ist offenbar sehr viral gegangen, ich wurde bereits vor einiger Zeit darauf aufmerksam gemacht. Nur die Reaktionen und Lehren die jemand zieht, fällt erstaunlich unterschiedlich aus. ;)

Im wesentlich bringt es gar nichts, das Sozialleben zu Pausieren oder allgemein alles "Anhalten" zu wollen. Überleben kann man bei
  • ca. 3 Minuten ohne Atmen
  • ca. 3 Tage ohne Trinken
  • ca. 30 Tage ohne Essen
und darüber hinaus geht es dann langsam in den Verhandlungsbereich über: Batterie leer, Waschmaschine defekt, Rohr kaputt, Haus abgebrannt,... Im Endeffekt bedeutet das ganze Pausieren je nach Tiefgang in einigen Bereichen ausschließlich auf Verschleiß zu fahren, respektive das man sich Sozial auseinanderlebt, wenn man einander nicht mehr sieht.
Entsprechend hier die Offenbarung: Es wird nach der Krise wohl erstmal von allem etwas zu wenig geben. Um mal nur die (offenbar am verbreitesten) Wirtschaftliche Sorge anzusprechen: Ob Ggf. Inflation zur Geltung kommen wird, ist Ungewiss. Mehl gibt es zurzeit im Supermarkt auch zu wenig und dennoch ziehen die Preise nicht entsprechend an. Aber man muss es positiv sehen: Die eigenen Sozialen Beziehungen werden vermutlich von den meisten als Krisenfester eingestuft, als die Wirtschaft. :D

Die drei Phasen der Krankheitsbekämpfung sind: Quarantäne, Medikamente, Impfstoffe. Während sich manche Viren selbst Eindämmen (bspw. Herdinimmunität durch Tod oder Immunität der Wirte), sind wir bei anderen wie HIV gerade langsam erst an dem Punkt, an dem es durch Medikamente heilbar wird. Ein Krankheitsverlauf und auch die Verfügbarkeit eines Impfstoff sind Hoffnungsträger, aber keine Garantien. Macht ja keinen Sinn, wenn jetzt einer "Ich hab einen Impfstoff ruft" und dieser dann schlimmere Risiken als das Virus selbst birgt und dann das Virus selbst der ungefährliche zwischen den zwei Stoffen wäre. Es stellt sich immer die Frage, was dadurch gewonnen werden soll.
Esprechend halte ich es für sinnvoll, anstelle einer Pausierung des Gesellschaftlichen Lebens eine Veränderung des Gesellschaftlichen Lebens treten zu lassen, um die Verbreitung zu Entschleunigen. Gesellschaftlich passiert das Gegenteil: Eine Beschleunigung insbesondere im Bereich der Digitalisierung (Yin und Yang wenn man so möchte). Um die Verbreitung zurückzuverfolgen, könnte man sich mit seinen Nachbarn unterhalten statt quer durch Städte und Länder zu fahren, um Freunde zu treffen, wodurch anstelle eines Sozialen Netzes um den Globus ein Soziales Kokon tritt. Der Mensch ist aber ein Sonderling und so entwickelt er bspw. eine Corona-App, womit ein Digitales Kokon es erübrigt, wesentliche Soziale Veränderungen durchzuführen oder tägliche Pendelwege zu kürzen. So wird es im wesentlichen die gleichen konzeptionellen Veränderungen geben, nur auf einer indirekteren, weniger sichtbaren Ebene. Welcher Weg der bessere wäre oder ob man sogar beide Wege geht, darf jeder für sich entscheiden. ;)

Vielleicht hilft euch dieser Text mehr weiter, euch weniger vor dem Virus zu Ängstigen oder zu Ärgern und später nicht von "verlorener Zeit" zu reden, sondern stattdessen einfach eine weitere Phase des Lebens zu sehen, die eben einfach alles auf den Kopf stellt.
Und wenn es jeder soweit geschafft hat, können wir vielleicht auch wieder anfangen Debatten über die richtigen Wege zu führen, statt geeint aber ohne Diskurs hinter den gleichen Wegen zu stehen. Zwar ist die Idee und das Konzept oftmals das gleiche, aber viele Wege führen nach Rom und der Weg ist das Ziel. Und der jetzige Weg erscheint mir doch von enorm großer Willkür geprägt, weswegen ich sorge vor langfristige Schäden durch unüberlegt gesetzte Grundsteine habe. :?

#Edit: Um eine Besorgniserregende Entwicklung zu notieren: Geheimnisvereinbarungen und Informationsverbote, die in diesen Zeiten hier und da aus dem nichts heraufsprudeln. Als auch Verweilverbote und quasi das Verbot Sport zu treiben (kein Spielplatz, kein Sportplatz, kein Fitness-Studio, kein Trim-dich-Pfad,,,). Für manche Menschen kommt das einer Folter ähnlich.


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Beitrag von sv00010 » Mi 15. Apr 2020, 21:25

Fox    hat geschrieben:
Di 14. Apr 2020, 19:27
Vielleicht hilft euch dieser Text mehr weiter, euch weniger vor dem Virus zu Ängstigen oder zu Ärgern und später nicht von "verlorener Zeit" zu reden, sondern stattdessen einfach eine weitere Phase des Lebens zu sehen, die eben einfach alles auf den Kopf stellt.
Ich denke nicht, dass die meisten Leute Angst vor dem Virus haben.
Die Angst ist vielmehr die, dass man vollkommen gesund ist, aber von irgendwelchen Leuten unter einem "gelogenem Eid" als Corona-Invizierter denunziert wird und dann die Folgen davon tragen muss.

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Beitrag von Fox    » Mi 15. Apr 2020, 23:02

Ich kann diese Sorge irgendwie nicht nachempfinden, da es schließlich zuverlässige Tests gibt, wodurch die Erkennung des Virus keine Meinungsfrage ist und dadurch eigentlich keine Gefahr vor Gruppendynamiken besteht...
Und darüber hinaus haben wir eine repräsentative statt einer direkten Demokratie, wodurch nicht jede Änderung der Windrichtung automatisch sofort zu einer Anpassung in der Politik führt. (Vorteilhaft bei bspw. kurzlebigen Vorhaben, die dadurch nicht zu Debatte kommen)
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Beitrag von sv00010 » Do 16. Apr 2020, 17:18

Fox    hat geschrieben:
Mi 15. Apr 2020, 23:02
Ich kann diese Sorge irgendwie nicht nachempfinden, da es schließlich zuverlässige Tests gibt, wodurch die Erkennung des Virus keine Meinungsfrage ist
Nein, ist es aufgrund des Mangels an Testmöglichkeiten nicht.
Keine Symptome und nicht aus einem Risikogebiet = kein Test = keine Widersruchsmöglichkeit.
Dies bedeutet, dass man nicht beweisen kann, dass man kein Corona hat.

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Beitrag von sv00010 » Do 23. Apr 2020, 19:06

Ich habe nochmal ein Video zum Thema Covid-19 (Corona) zugeschickt bekommen:

https://www.youtube.com/watch?v=dwJSNPz ... e=youtu.be

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Beitrag von Fox    » Sa 25. Apr 2020, 12:44

Also ich finde, dass der Interviewte irgendwie hübsch Unwissenschaftlich antwortet. Das meiste was er an Kritik vorträgt greift wesentlich allgemeiner, als Corona-bezogen, weswegen der Zuschauer wie beim Barnum-Effekt dem zustimmen muss, da er damit auch tatsächlich Recht hat und die Wahrheit anspricht. :roll:
Man kann es eigentlich schön zusammenfassen: Auf der einen Seite werden Politik, RKI & Co. kritisiert und die Hörigkeit auf Grundrechte zu verzichten, auf der anderen Seite aber angesetzt, dass man bereits Präventiver Vorerkrankungen hätte verhindern können, die bspw. durch das Ausleben von Freiheitsrechten (Ungesunde Ernährung oder Rauchen) entstehen. Zwar lobt er die Bildung in Deutschland, aber gerade die schlechte Bildung korreliert mit einer geringeren Lebenserwartung einher. Erwartung und Realität treffen aufeinander.

Und wann immer es konkret wird, sind die Antworten von Unwissenheit geprägt. Bspw. gab es zu Beginn kaum die Möglichkeit ob mit oder an Corona gestorben zu unterscheiden. Ein RNA-Test prüft nur auf das Vorhandensein des Erbguts, ob inaktive oder aktive Viren kann dieser nicht unterscheiden. Eine weitere Unterscheidung - ob Erkrankung im Gange oder bereits Überstanden - (bspw. Antikörper-Test) waren erst später möglich. Bzgl. der Gefährlichkeit fehlte die Datenbasis, sowohl um das Virus als Harmlos als auch um das Virus als Gefährlich einstufen zu können. Besonderheiten wie ein im Vergleich zu harmloseren Coronaviren verschiedene (effektive) Verbreitungsart sorgten dafür, dass das Covid19 das Attribut "Neuartig" bekam - man könnte auch "unerforscht" sagen.

Bzgl. des Problems das Grundrechte eingeschnitten wurden, so war es nur Aufgabe der Politik diese Reaktionen zu gegebener Zeit zu liefern. Denn Unternehmen haben bereits zuvor Mitarbeiter in Home-Office geschickt, Geschäfte wurden teils bereits eine Woche zuvor geschlossen um Mitarbeiter zu schützen etc. Die Politik ist der Entwicklung nur hinterher gelaufen. Und die Krise ist erst dann vorbei, wenn die meisten auch Glauben und davon überzeugt sind, dass sie vorbei ist. Jemand vom Fach sollte Wissen, dass zur Heilung ebenfalls relevant ist, ob ein Patient an die eigene Heilung glaubt. Und das selbst Probleme bei ergebnislosen ärztlichen Untersuchungen realer Natur sein können, wie bspw. Massenhysterie (bspw. Tanganjika-Lachepidemie), womit die Warnungen der WHO selbst dann gerechtfertigt sind, wenn das eigentlich Risiko nicht vom Virus selbst ausgehen sollte, da dennoch reale Probleme damit einhergehen.

Die Maßnahmen im generellen möchte ich nicht anzweifeln, nur deren besonders große Tragweite und Reichweite. Am Ende kann man an Herausforderungen aber nur wachsen. ;)
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